Die Landkarte ist nicht das Gebiet

Was ist wirklich Real? Was bestimmt deine/ meine/ unsere Realität?

Deine Landkarte eine Abbildung, ein Konstrukt, deiner Welt. Sie gibt dir das Gefühl von Sicherheit.

Jeder für sich hat seine individuelle Weltansicht,- sein individuelles Modell der Welt-, seine individuelle Landkarte.

Möglicherweise wird diese Annahme dir eine neue Sichtweise auf dein Verhalten, deine Umwelt und deinen Mitmenschen vermitteln können.

Die Annahme beruht auf der Tatsache, dass die Wirklichkeit, die du als Wahrheit empfindest, nicht der Realität entspricht.

Menschen können niemals die komplette Realität um sich herum erkennen, denn sie erleben die Realität mit ihren Sinnen, und ihre Sinne sind begrenzt. Aufgrund dessen ist die individuelle Landkarte, die jeder von der Wirklichkeit hat ein individuelles Konstrukt der Welt.

Deine Sinneseindrücke – visuell, akustisch, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch – sind wahrgenommenen Impulse und werden von unserem Nervensystem aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet.  Daraus macht dann dein Gehirn den „Sinn“.

Dass aus den Sinneseindrücken zusammengesetzte Bild ist kein wahres Abbild der tatsächlichen Beschaffenheit der Welt, sondern lediglich das Bild, das du dir aufgrund deiner Motive, Werte, Glaubensätze und Anreize herstellst.

Jeder nimmt etwas Anderes wahr

Du glaubst, das komplette äußere Geschehen wahrzunehmen, doch in Wirklichkeit ist es überwiegend das abgespeicherte Modell. Aktualisiert werden dann vor allem die Eindrücke, auf die du die Aufmerksamkeit gerichtet hast. Wenn du deine Aufmerksamkeit stark genug auf etwas fokussierst, können Teile der restlichen Wirklichkeit komplett verschwinden. Subjektiv hast du jedoch das Gefühl, das Geschehen vollständig wahrgenommen zu haben.

Unsere Sinnesorgane agieren als Filter, die uns sehr effektiv vor einer Überstimulation beschützen. Wir können z.B. nur einen bestimmten Teil von Licht wahrnehmen und auch nur eine gewisse Bandbreite von Tönen. Viele Tiere nehmen unsere Umwelt deutlich differenzierter wahr als wir Menschen.
Selbst einfach nachprüfbare Sachverhalte wie die Größe eines unmittelbar vor uns liegenden Gegenstandes sieht und empfindet jeder anders.

Der eine sieht eine Flasche, der andere ein Glas, das daneben steht. Für den einen ist das Glas halb voll für den anderen halb leer. Was der eine als groß empfindet, empfindet ein anderer als nicht so groß oder sogar klein. Der eine findet eine Person attraktiv, freundlich und sympathisch, sein Nachbar findet die gleiche Person unattraktiv sogar geradezu hässlich, unfreundlich und unsympathisch. Was der eine als teuer ansieht, findet ein andere preiswert oder billig. Was der eine als schnell empfindet, findet ein anderer langsam, je nachdem was er bereits kennt, erwartet etc. Selbst Farben werden von jedem unterschiedlich interpretiert.

Professor Dan Ariely für Verhaltensökonomie an der Duke University USA, untersuchte auf welche Weise unser Gehirn uns regelmäßig zum Narren hält. Er stellte fest, dass die Menschen sich dahingehend entwickelt haben, dass sie sich auf ihre visuelle Wahrnehmung verlassen. Ein großer Teil unseres Gehirns widmet sich daher der Sehfähigkeit. Doch wie oft täuscht uns unser Blick?

Betrachte doch einmal die beiden Linien. Auf die Frage, welche Linie länger ist, würden die meisten Menschen instinktiv auf die rechte Linie deuten. Doch das ist falsch – beide Linien sind gleich lang.

Dein Auge gaukelt deinem Gehirn etwas vor. „Unsere Intuition hält uns in wiederholbarer, vorhersehbarer und konsistenter Weise zum Narren“, sagt Dan Ariely bei einer TED- Konferenz. „Und es gibt praktisch nichts, was wir dagegen tun können.“

Wenn deine Augen dir einen solchen Streich spielen können, wo du doch theoretisch gut sehen kannst, wie groß ist dann die Chance, dass du noch mehr Fehler auf anderen Gebieten machst?

Du kennst es aus eigener Erfahrung wie einfach es ist deine Sinneswahrnehmung absichtlich zu manipulieren. Denke einmal an einen Zauberer, der das Kaninchen vor deinen Augen aus dem leeren Zylinder „zaubert“. Natürlich weiß du, dass es nur ein Trick ist, aber gesehen hast du genau das. Und wie ist das mit deinem Geschmackssinn? Hast du schon mal ein Stück Schokolade gegessen und gleich darauf einen Schluck von deinem Lieblingswein getrunken?! Du weißt, was ich meine – dein Geschmackssinn ist total verändert. Aber dein Tastsinn, auf den kannst du dich doch bestimmt verlassen? Fass einmal ein Stück Trockeneis an und ich wette mit dir, du empfindest es als heiß!

Ein weiteres Beispiel: Stell dir vor, du fährst im Auto und es kommt dein Lieblingslied im Radio. Du singst laut mit und bist stark auf die Musik fokussiert. Plötzlich steigt dein Vorderfahrer wie verrückt auf die Bremse. Dein Adrenalin schießt in die Höhe, dein Körper schaltet um auf Stress und du versuchst, so hart zu bremsen wie du kannst und gleichzeitig die Kontrolle über deinen Wagen zu behalten. Gut gegangen, gerade noch mal geschafft. Und dann hörst du auch die Musik wieder. Dein Gehirn hatte die Musik automatisch als unwichtig in der Situation ausgeblendet und du hast sie nicht mehr wahrgenommen. Nichtsdestotrotz hat das Radio natürlich weitergespielt. Partielle Wahrnehmung nennt man das.

Demzufolge ist deine Wahrnehmung die Aufnahme von Reizen – Eindrücke aus deiner Umwelt – und deren Verarbeitung im Gehirn. Deine Wahrnehmung und die damit verbundenen und daraus resultierenden Denkprozesse bilden die Grundlage deines Handelns. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass dein Handeln darauf basiert, wie du die Welt, dich selbst und dein Gegenüber wahrnimmst.

Einige Reize werden eher, andere weniger, andere bevorzugt wahrgenommen. Einige werden bewusst und andere unbewusst wahrgenommen, andere übersehen.

Aus der Vielzahl unzähliger Sinneseindrücke filterst du das, was für dich gerade als wichtig erscheint.

Fazit:

Jeder Mensch sieht die Welt anders, auch wenn die meisten von uns die eigene Landkarte der Welt für die einzig wirkliche Realität halten. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine Skizze der Wirklichkeit, die nur der deiner eigenen Realität entspricht. Das Modell basiert auf persönlichen Einstellungen und Erlebnissen und ist an vielen Punkten stark vereinfacht oder an anderen Punkten auch verzerrt.

Die Schlussfolgerungen, die wir aus dem ziehen, was wir meinen, entscheiden über unser Leben und unseren persönlichen, sozialen und finanziellen Erfolg. Wie folgerichtig, zielgerichtet und erfolgreich wir handeln, bestimmt folglich ursächlich die Qualität deiner eigenen Wahrnehmung.

Die Qualität unserer Wahrnehmung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität unseres Handelns. Je präziser unsere Wahrnehmung ist, desto besser ist die Basis für erfolgreiches Handeln.

Deine Landkarte entscheidet darüber, wie du die Welt interpretierst, und wie du auf sie reagierst, und welche Bedeutung du deinem Verhalten und deinen Erfahrungen gibst.

Es ist nicht die äußere Wirklichkeit, die dir Grenzen setzt, dich einengen oder dir Macht verleiht, sondern vielmehr deine individuelle Landkarte von der Wirklichkeit.

Einige Landkarten können nützlicher sein im Hinblick der Erreichung deiner Ziele, denn bestimmte Überzeugungen können dich besser dabei unterstützen, ein Ziel zu erreichen, als andere.

Hierbei geht es nicht um Beurteilungen, wie „richtig oder falsch“. Verschiedene Menschen haben einfach verschiedene Landkarten der Welt und alle haben ihre Berechtigung. Es gibt keine falsche Sicht und keine richtige Landkarte.

Du hast die Wahl und kannst deine Landkarte überprüfen und ändern, um sie gegebenenfalls zu verbessern oder anzupassen.

Oder anders gesagt: Du kannst deine Einstellungen und Glaubenssätze verändern, wenn du festgestellt hast, dass sie dich behindern oder dir schaden.
Wenn du jetzt diese Landkarte bereicherst oder erweiterst, wird du automatisch mehr Wahlmöglichkeiten sehen, die dir innerhalb dieser Wirklichkeit zur Verfügung stehen.

Je reicher deine eigne Landkarte ist, desto mehr Möglichkeiten hast du, mit jedweder Herausforderungen, welche die Wirklichkeit mit sich bringt, umzugehen.

Denn deine Landkarte ist subjektiv und du kannst sie verändern.

Betrachte eine Sache aus einem anderen Blickwinkel und reflektiere, denn alles was du wahrnimmst, nimmst du in deinem individuellen Rahmen (Bezugsrahmen, Wahrnehmungsrahmen, …) wahr.

Schule deinen Wahrnehmungsrahmen und verändere deinen Blickwinkel, denn Fokus bedeutet Realität.

Zukunft beginnt heute! Erfolg ist planbar!

Versuchs, du wirst überrascht sein!

Claudia

Beispiel Wahrnehmungstäuschung:

Beispiel Perspektivwechsel:

Hänsel und Gretel – aus Sicht der Hexe erzählt
Es war einmal eine alte Hexe, die hatte ihr ganzes Leben lang gearbeitet, hatte gezaubert vom frühen Morgen bis zum späten Abend, hatte gehext und Zaubersprüche aufgesagt jeden Tag und war nun in das Alter gekommen, wo ihre Zauberkraft nachließ und ihre Kräfte langsam schwanden.
Sie wurde aber nicht böse und giftig darüber wie manche andere Hexe, wenn sie so alt werden, sondern sagte sich: “Mit meiner Zauberkraft geht es zu Ende. Da will ich mir eine andere Beschäftigung suchen, damit ich nicht faulenzen muss und auf trübe Gedanken komme. Ich werde mein Haus zum schönsten Hexenhaus weit und breit machen!”
Und schön am nächsten Tag begann sie, ihr Häuschen aufs wunderlichste zu schmücken. Auf die Dachziegel legte sie Lebkuchen, die Wände verkleidete sie mit Brot und Kuchen, verziert mit Mandeln und Nüssen, ihre Glasfenster hängte sie aus und hängte neue ein, ganz aus weissem Zucker. Das dauerte viele Wochen; jeden Tag musste die alte Frau in der Küche stehen und backen. Aber sie arbeitete unermüdlich, und endlich war das Häuschen fertig.
Da war die Hexe stolz auf ihr Haus! Jeden Abend saß sie auf der Bank neben der Haustür und betrachtete die bunten Mauern, hexte mit ihrer versiegenden Zauberkraft mühsam noch einen roten Zuckerguss auf einen Kuchen oder verzierte einen Lebkuchen mit einer Nuss, wischte überall Staub und rieb dann die neuen Zuckerscheiben glänzend. Und wenn irgendein Tier an ihrem Haus vorbeikam, staunend stehen blieb und schließlich sagte: “So ein schönes Haus habe ich noch nie gesehen”, wurde sie grün vor Stolz.
Eines Tages stand die Hexe gerade vor ihrem Backofen und wollte einen Lebkuchen backen, weil der Wind in der Nacht einen vom Dach geweht hatte. Da war es ihr, als knuspere draussen jemand an ihrem schönen Haus und breche ganze Stücke ab. Ängstlich rief sie:
“Knusper, knusper, kneuschen – wer knuspert an meinem Häuschen?” Von draussen antwortete ein dünnes Stimmchen:
“Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!”
“Da bin ich beruhigt”, seufzte die Hexe erleichtert. “Es ist nur der Wind, der da draussen lärmt. Und ich hatte schon Angst, jemand wolle mein Häuschen zerstören.”
Wie sie das gerade sagte, zersprang ihre schöne Fensterscheibe, an der sie drei Wochen gearbeitet hatte, ein Mädchen griff nach den Splittern und ass sie auf! Mühsam humpelte die Hexe nach draussen, um zu sehen, wer der Störenfried sei.
Vor dem Haus standen zwei Kinder, das Mädchen und außerdem ein Junge, rissen die Dachziegel herunter, um sie aufzuessen, zerbrachen die Wand und zersplitterten die weissen Zuckerfenster. Da war die Hexe traurig und wütend zugleich.
“Wer seid ihr?” fragte sie. “Und warum zerstört ihr mein liebes Haus, an dem ich so lange gebaut habe?”
Die Kinder antworteten, sie hiessen Hänsel und Gretel und hätten aus Hunger von dem Haus gegessen.
“Warum habt ihr aber gelogen und gesagt, ihr wäret der Wind?” forschte die Alte weiter. “Hättet ihr an meine Tür geklopft und um Essen gebeten, so hätte ich es euch nicht verwehrt!”
Da blickten die Kinder beschämt zu Boden.
Aber weil sie der alten Hexe trotz allem leid taten, sagte sie: “Kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid!” Und sie fasste beide an der Hand und führte sie in ihr Häuschen. Da war gutes Essen aufgetragen, Milch und Pfannkuchen mit Zucker und Äpfel und Nüsse. Hernach wurden zwei schöne Bettlein weiß gedeckt, und Hänsel und Gretel legten sich hinein und meinten, sie wären im Himmel. Als sie so friedlich schliefen, betrachtete die Hexe sie und sagte: “Sie waren sehr böse zu mir, haben gelogen und mein schönes Häuslein zerstört. Aber vielleicht sind sie nicht ganz verderbt. Ich will sie dabehalten, ihnen zu essen geben und versuchen, sie zu bessern.”
Am nächsten Morgen gab sie den beiden eine leichte Arbeit zu tun und rührte dann einen Teig an, denn sie wollte den Schaden an ihrem Haus wieder ausbessern. Aber Hänsel, der naschhaft war und dem die süssen Lebkuchen auf dem Dach besser erschienen als das Frühstück auf dem Tisch, ging hinaus und begann leise vom Haus zu essen.
Als die Hexe das merkte, wurde sie sehr zornig.
“Ich habe dich nicht bestraft für deine Lügen und deine bösen Taten von gestern, sondern dir und deiner Schwester sogar zu essen und sogar ein Bett zum Schlafen gegeben!” schalt sie. “Und du ungezogenes Kind lohnst es mir, indem du den Schaden an meinem Haus noch ärger machst!” Und damit er nicht noch mehr Unheil anrichten konnte, sperrte sie ihn in einen Stall neben dem Haus.
Damit er es aber gut hatte in seinem Gefängnis und nicht zu hungern brauchte, fragte sie ihn oft durch das Gitter:
“Bist du auch satt, bekommst du genügend zu essen? Streck deinen Finger heraus!”
Hänsel hatte sehr viel zu essen bekommen, aber da er sehr gefrässig war, täuschte er die alte Frau, die schon nicht mehr richtig sehen konnte, durch eine arge List, um noch mehr zu erhalten: Er streckte ein abgenagtes Knöchlein durch das Gitter und sagte mit kläglicher Stimme:
“Meine Schwester gibt mir zu wenig Mahlzeiten, ich bin schon ganz mager.” Die Alte betastete das Knöchlein und sagte: “Fürwahr, er ist ganz mager! Gretel, er muss mehr zu essen bekommen!”
Die Gretel aber, die ein faules Mädchen war, maulte und sagte, sie könne nicht kochen.
“Da musst du eben backen!” rief die Hexe und heizte den Backofen an, um für den Hänsel eigens ein großes Brot zu backen. Als sie aber das Feuer angeschnürt hatte und gerade nachsehen wollte, ob recht eingeheizt ist, da gab ihr die arglistige Gretel von hinten einen Stoß, dass die Hexe weit hinein fuhr, machte die eiserne Tür zu, schob den Riegel vor, und die arme Alte musste elendiglich verbrennen.
Dann befreite das böse Mädchen ihren Hänsel aus dem Stall, wo er seine Strafe absitzen sollte, und sie durchwühlten gemeinsam das ganze Hexenhaus.
In einer Ecke hatte die Hexe eine Kiste mit Perlen und Edelsteinen stehen, die ein Erbstück von ihrem Vater war, einem großen Hexenmeister. Die raubten die beiden Kinder, stopften sich die Taschen voll mit Schmuck und Geschmeide und liefen schnell aus dem Wald.
Und wisst ihr, was sie hinterher den Leuten erzählten?
Sie haben doch wahrhaftig behauptet, die Hexe hätte sie aufessen wollen!
Diese bösen Kinder!

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